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Emotionen & wie
erfolgreich die Health Kinesiology (HK) damit umgeht
Die meisten Menschen glauben, dass Emotionen
das Unwichtigste sind, was man üben sollte. Emotionen passieren einfach von selbst,
oft viel heftiger als es angemessen wäre.
In Wahrheit sind wir geneigt, eine bestimmte Bandbreite
von Emotionen zu fühlen, während andere vollständig abgeblockt werden.
Zeigt per Muskeltest in einer HK-Sitzung eine Emotion oder Emotionstraining
als Priorität an, dann gibt es Emotionen, die der Mensch innerlich üben
muss und zwar täglich einen bestimmten Zeitraum lang. Das ist ähnlich,
wie Menschen Affirmationen anwenden, um etwas Neues in ihrem Unterbewusstsein
zu verankern. Statt Affirmationen üben sie Emotionen, um sie
stressfrei fühlen und ausdrücken zu können.
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Wieder in Fluss kommen
Das Ziel der HK ist das Energiesystem eines Menschen dahin zu
bringen, dass es im Fluss ist. Solange wir im Fluss sind,
sind wir lebendig
und können wütend werden und uns wehren,wenn jemand etwas
für uns grenzüberschreitendes antut. Wir reagieren im Moment
adäquat und danach können wir dieses Gefühl wieder
loslassen und uns an einer schönen Blume erfreuen. Sowie Kinder,
die im einen Moment fürchterlich weinen, wenn sie sich wehgetan
haben, und ein paar Minuten später wieder friedlich und vergnügt
mit ihrem Teddybären spielen. Dies heisst im Moment zu leben,
auf Situationen angemessen zu reagieren und Dinge hinter sich lassen,
wenn sie vorbei sind.
Die HK testet in der Prioritätenreihenfolge aus, ob jemand bestimmte Gefühle
oder Gefühlsabläufe entstresst haben sollte, damit er/sie diese integrieren
kann in seinem Leben und dadurch freier, bunter, lebendiger, ausdrucksfähiger
und angemessener in seiner Kommunikation wird.
Stress auf eine Emotion bedeutet nicht nur, dass man diese selbst nicht vollständig
fühlen kann, sondern dass man sie an anderen auch nicht akzeptiert oder
ertragen kann. Oder diese Emotion überrollt einen (zum Beispiel Neid)
und ist so gross, dass man gar nicht spüren kann, dass dahinter eine Sehnsucht
steckt, die ein anderer in mir ausgelöst hat. Und diese Sehnsucht zu spüren,
wäre das eigentliche Gefühl. Der Sehnsucht nachzugehen, was man „einlösen“ muss,
wäre dann der nächste Schritt, die nächste Lernaufgabe – oder
zu lernen sich nicht zu vergleichen.
Jede Emotion als Freund oder Signal betrachten
Es ist gesund und wichtig, seine eigenen Emotionen wahrzunehmen, sie ernst
zu nehmen und sie als Feedbacksystem zu benutzen, ob mir etwas gut tut oder
nicht.
Wenn wir ehrlich mit uns sind, spüren wir vielleicht, dass wir bestimmte
Emotionen gar nicht zulassen (z.B. eine tiefe Trauer in uns), oder bestimmte
Emotionen gar nicht kennen (z.B. richtig wütend werden) oder wenn wir
in bestimmte Emotionen „rutschen“, aus diesen Stunden oder gar
Tage nicht mehr wirklich herauskommen (z.B. Eifersucht).
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Unsere Gesellschaft bewertet Gefühle
Wie sieht jedoch unsere Realität aus? Als Kinder erleben wir, wie Erwachsene
um uns herum, uns andere Dinge erzählen, als sie uns mit ihrem Körper
und ihrer Ausstrahlung spüren lassen. Die Mutter sagt zum Beispiel, es
ist alles gut, jedoch spüren wir intuitiv den Kummer, den sie in sich
trägt.Wir sind in eine Gesellschaft geboren, die ambivalent mit Gefühlen
umgeht. Bestimmte Emotionen werden als positiv gewertet, andere als negativ.
Wir hören die Angst ist nicht notwendig, die Eifersucht kindisch,
die Wut ist egozentrisch usw.Alles Urteile, die uns davon abhalten, die
einzelnen
Emotionen zuzulassen, zu leben, sie anzuschauen, zu untersuchen und sie
dann wieder loszulassen.
Die Health Kinesiology hat das Energieverständnis und Weltbild der traditionellen
Chinesischen Medizin. So werden Yin und Yang, Licht und Schatten, als gesunde
Abwechslung verstanden. Auch Emotionen werden nicht als Gut und Böse bewertet,
lediglich als Ausdruck, ob ich im Fluss, in der Balance bin – oder
auch nicht.
Die Health Kinesiology ist ein System, das viele Balancen zu Verfügung
stellt und auf die verschiedenen Ebenen in uns Menschen eingeht.
Ihre Stärke ist durch den kinesiologischen Muskeltest 1. festzustellen,
wo ein Mensch im Moment geschwächt ist und dann 2. die nötigen kinesiologischen
Balancen oder anderen Massnahmen anzubieten und durchzuführen.
Verschiedene Ebenen, die ineinander spielen, die jedoch einzeln zu stärken
und zu balancieren sind:
Körperliches Befinden und Belange (z.B. Umgang mit Lebensmittelallergien)
Energetisches Befinden und Stabilität (z.B. Umgang mit Elektrosmog,
Geopathie)
Umgang mit Emotionen (alle Emotionen zulassen können, ohne an ihnen zu „kleben“)
Mentale Stärke und Stabilität (z.B. Alte Konzepte loslassen können,
Neues aufnehmen)
Spirituelle Verbundenheit (seinen Weg, Berufung, Platz, Frieden im Leben
finden)
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Warum Emotionen so wichtig sind
Wie anders als durch innere Bilder oder Emotionen (und nicht nur
durch Vernunft) können wir unserem „inneren Stern“ folgen
und Entscheidungen treffen, die für uns das Beste sind?
Emotionen, natürlich gelebt – weder unterdrückt noch dramatisch überbewertet – geben
uns die Richtung an, was uns motiviert, was uns glücklich macht; was uns
Energie gibt und was nicht.
Wieso die Angst vor Emotionen?
Weil sie so gross werden, nicht mehr zu bändigen sind oder zu sein scheinen,
wenn sie lange unterdrückt worden sind, weil sie für das rationale
Denken oft nicht vorhersehbar und dadurch unkontrollierbar sind. Wenn wir jedoch
unsere Gefühlswelt als wichtigen Teil von uns achten und akzeptieren,
dann ist diese für uns ein Freund. Wir verstehen unsere Gefühle als
Signale.
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Anerkennen von Emotionen
Anerkennen, was ist – erst wenn ich etwas anerkenne, kann ich es loslassen.
Anerkennen, dass ich traurig bin, da ich mich verlassen fühle, heisst
mich ernst zu nehmen. Dies braucht Aufmerksamkeit, Zeit, Nachsicht mit sich
und anderen, anstatt zu tun als ob nichts gewesen wäre, als ob ich nicht
verunsichert wäre.
„Positive“ Emotionen können ebenso stressen wie „negative“ – je
nachdem, was man im Elternhaus gelernt und erlebt hat. Wenn es als Kind gefährlich
war zu vertrauen, ist dieses Gefühl negativ belegt. Diese negativ belegten
Gefühle können durch die Health Kinesiology entstresst und danach
neu erlebt werden.
Wenn ich jegliche Emotion als Signal sehen kann, das mir etwas sagen möchte,
dann unterscheide ich auch nicht mehr zwischen positiv und negativ. Wenn
Trauer hochkommt, kann ich diese Nuance genauso willkommen heissen und die
Qualität
und Tiefe dieser Emotion spüren und zulassen, wie wenn ich in Hochstimmung
bin.Wenn ich (m)eine Emotion akzeptieren und fühlen kann, kann ich
mit ihr umgehen – ( Ich habe die Emotion – sie hat nicht mich).
Dann erhalte ich erst die Freiheit in bestimmten Momenten auch die Wahl
zu haben,
welchen Emotionen ich in meinem Leben Energie geben möchte.
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Warum die HK so gut wirkt:
Weil wir genau austesten, welche Worte, welche Gefühle jemand stressen,
wirkt sie so gut. Die genaue Abfolge von Gefühlen (s.o. „Wut – Ärger – Enttäuschung – Trauer – Nachsicht“)
wird auch ausgetestet. Diese genaue individuelle Vorgehensweise macht es für
Menschen einfach, Stress loszulassen, etwas Neues zu lernen und sich auf neue
Herausforderungen und Verhaltensweisen einzulassen. Selbst wenn sie sich damit
am Anfang befangen fühlen, sind die einzelnen „Lernschritte“ gerade
so gross, dass sie umgesetzt werden können (siehe Beispiel Seite
24).
Ein Sprichwort lautet: „Es gibt kein schlechtes Wetter – nur die
unpassende Kleidung“. Dies können wir auf unsere Gefühlswelt übertragen. „Es
gibt keine schlechten Gefühle – nur den unpassenden Umgang
damit.“
Beispiele aus der Praxis
Einzelne Emotionen üben am Beispiel „Heiterkeit“:
E. war die Älteste von fünf Geschwistern. Sie trug soweit sie sich
erinnern kann, immer mit die Verantwortung für die Kleineren. Es war nicht
etwas, was sie nicht mochte, es war wie ein passender Handschuh auf der Hand,
wie ihre zweite Natur.
Sie kam zu mir in meine Beratungspraxis, als ihr 2. Kind in den Kindergarten
kam. Sie erzählte mir, dass ihr Mann und sie, es jetzt etwas ruhiger angehen
lassen könnten. Ihr Mann könne auch gut entspannen, und es fiele
ihr auf, dass sie es nicht kann. Nicht dass sie es wirklich bis jetzt vermisst
hätte oder sie sich „richtig“ unwohl fühlen würde – nur
im Vergleich, wenn sie auch andere Mütter anschaue, spüre sie, dass
diese oft viel lustiger, freudiger als sie selbst seien. Jetzt wäre die
Situation, dass ihr Mann mit ihr zum 1. Mal seit Jahren ein paar Tage alleine
ohne Kinder wegfahren wolle, ein verlängertes Wochenende nach Venedig.
Und sie kann sich gar nicht richtig freuen und weiss gar nicht genau, ob sie
das eigentlich will und geniessen könnte.
Durch den Muskeltest kam ich auf das Wort „Heiterkeit“, sie testete
darauf schwach und meinte „Ich weiss gar nicht richtig, wie sich das
anfühlt. Habe zwar so ein Bild von einem schönen sonnigen Sonntagmorgen
im Frühling, aber ich kenne das Gefühl nicht wirklich.“
Sie erzählte weiter, dass sie schon gelassen sein kann, weil sie sehr
gut organisieren kann und gut planen kann, dann kann sie auch ruhig und zufrieden
sein – aber „heiter“ durch die Welt gehen, kenne sie nicht.
So erlebe sie ihren sechs-jährigen Sohn, wenn sie es sich jetzt so überlege.
Im Laufe dieser Beratungssitzung, eruierten wir dieses Gefühl, wann sie
es schon einmal erlebt habe, vielleicht als Teenie. Nach der Balance auf dieses
Gefühl strahlte E. und meinte, dass ist, wie früher als Kind, wenn
man etwas Neues gelernt hat, wie Rollschuhfahren und man fühlt sich so
gut, leicht und froh in sich. Als „Hausaufgabe“ musste sie für
9 Tage „Heiterkeit“ üben, indem sie sich Musik oder ein Buch
oder ein Bild nahm, das Heiterkeit in ihr auslöst, und sie dieses Gefühl
in sich immer einfacher und selbstverständlicher selbst kreiieren kann.
4 Wochen später bekam ich eine „heitere Karte“ aus Venedig,
wieviel leichter, jünger und anders sie sich inzwischen fühle im
Alltag, als ob der Grauschleier weggegangen wäre, beschrieb sie es,
und dankte mir für die heiteren Tage in Venedig.
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Eine „Emotionskette“ üben: „Wut – Ärger – Enttäuschung – Trauer – Nachsicht“
R. kam zu mir, weil er immer so leicht aus der Haut fuhr, tagelang
wütend
auf seinen Geschäftspartner sein konnte, wenn der etwas verpatzt hatte.
Da der Partner sich jetzt von ihm trennen wollte, „weil er keinen Bock
mehr auf seinen Jähzorn hätte“, und R. dadurch finanziell ins
Aus geraten würde, entschloss er sich zu einer health-kinesiologischen
Beratung. Er beschrieb sich selbst so: „Entweder läuft alles prima,
aber wenn irgendwas daher kommt, was ich „unmöglich“ finde,
kann ich Tage lang auf diese Person oder Situation wütend sein.“ Mit
seiner Ex-Frau wäre es auch so gewesen, die konnte sich entschuldigen
und einlenken – egal wie, aber er hätte „nicht raus aus sich
gekonnt“. Auch logische Erklärungen hätten nichts geholfen,
wenn man bestimmte Missstände hätte erklären können. Was
hinter der Wut stehe, wisse er nicht. Ich fragte ihn, ob er Nuancen wie Enttäuschung,
Frustration, Trauer kenne, worauf er verneinte. Wir machten zwei Termine, in
denen er verschiedene Gefühle und Emotionen im wahrsten Sinne des Wortes
lernte zu fühlen und zu benennen. Dann trainierte er für seinen „Emotionskörper“ (wie
eine Bewegungsabfolge im Yoga zur besseren Flexibilität des physischen
Körpers dient) die Abfolge „Wut – Ärger – Enttäuschung – Trauer – Nachsicht“.
Damit er aus der Wut leichter herauskommen kann,wenn er drin ist. Er übte
in diese Emotionen hineinzugehen und wieder herauszusteigen. Er übte,
wie es immer schneller geht, diese einzelnen Emotionen zu fühlen und sie
auch wieder loszulassen – wie ein Schauspieler, zuerst in meiner Praxis,
danach zuhause. R. erzählt dass er es in seinem Elternhaus nie erlebt
hatte, dass man mit Emotionen gross umgegangen wäre. Man lebte und arbeitete
und war froh ein einigermaßen gutes Leben zu führen. Und er müsse
gestehen, dass sein Vater auch so war, wenn dem etwas nicht gepasst hätte,
hätte er halt auch nur rumgeschrien. Als Kind und Jugendlicher hätte
er es nicht gemocht, wie sein Vater war, jedoch hat er dieses Verhalten übernommen,
weil ihm auch nichts anderes einfiel, wenn er sich über etwas ärgerte.
So wie er in der Arbeit immer wieder neue Fähigkeiten gelernt hat, sieht
er es auch als möglich an, in anderen Bereichen neue Verhaltensweisen
zu lernen. Dass man allerdings auch Emotionen üben kann, ist für
ihn schon etwas seltsam. Heute arbeitet er immer noch mit dem selben Partner
zusammen. Er kann über seine Ausbrüche lachen und sich auch entschuldigen.
Mit Humor sagt er über sich selbst: „Ich bin halt eher so ein Choleriker“.
Inzwischen kann er zu Mitarbeitern sagen, „Jetzt muss ich mich halt kurz
heftig aufregen. Das geht vorbei. Ich komme nachher wieder.“ Dass er
schnell aus der Haut fährt, ist nicht mehr so ein grosses Thema, weil
er fünf Minuten später seinen Ärger, oder über was er jetzt
enttäuscht ist, mitteilen kann und dann mit sich und der Umwelt nachsichtig
sein kann. Inzwischen spürt er vorher schon, wenn er gereizt ist und kann
es zugeben. Er kann unterscheiden, wann er einfach nur müde ist, traurig
oder missgestimmt. Er nimmt diese Stimmungs-Nuancen als Gradmesser für
sein eigenes Befinden und benutzt nur noch selten jemand anderen im Aussen
als Anlass, explodieren zu dürfen.
aus Heilpraxis Magazin - 8. Jahrgang - Nr. 2 - April 2004
© Eva-Maria
Willner
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